Keltische Symbole - rätselhafte Zeichen der Frühzeit

Der unendliche Knoten

Fast jeder, der auf ausdrucksstarken Silber- oder Goldschmuck steht, hat schon einmal vor einer Schmuck-Auslage gestanden und eines dieser wunderschönen, geheimnisvollen Stücke in der Hand gehalten - einen sogenannten "keltischen Knoten". Einige tragen so ein Symbol vielleicht seit Jahren und wissen nicht genau, was es damit auf sich hat. Andere wurden eventuell gerade durch diese Unwissenheit von einem Kauf abgehalten.

Keltische Geschichte

Das Kernland der Kelten reichte zur Hallstattzeit (vor 3000 Jahren) von Ungarn und Böhmen über die Alpen bis nach Ostfrankreich. In der La-Tene-Zeit dehnten sie es bis nach Griechenland, Spanien und Kleinasien aus -  die im Paulusbrief erwähnten 'Galater' sind die Kelten.
Rom besiegelt das Ende der Kelten. Mit Julius Caesars Sieg über  Vercingetorix waren die Gallier geschlagen. "Vercingetorix trug seine besten Waffen und hatte sein Pferd geschmückt (...) Er beschrieb einen Kreis um Caesar, sprang vom Pferd und warf seine Waffe auf den Boden", schreibt Caesar im "Gallischen Krieg".
Nur in Wales und Irland blieb die La-Tene-Kultur bis ins Mittelalter bestehen. Kennzeichnend für die Naturverbundenheit: In keltischer Tradition ist die Kraft eines (Kult)-Ortes - Genius Loci - das Entscheidende. Statuen und Gebäude, die darauf stehen, sind austauschbar. Diese Verbundenheit zeigt sich heute noch in der Arbeit der Feenbeauftragten in Island.

Keltische Symbole: Der "gordische Knoten"?

Keltische Symbole: KeltenkreuzDie bekanntesten keltischen Symbole sind die bereits erwähnten Knoten, denen man in vielerlei Gestalt begegnen kann. Sie zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, dass sie aus einer einzelnen (manchmal auch zwei oder drei) Linie bestehen, die weder Anfang noch Ende hat und nicht entwirrt werden kann - eine Eigenschaft, die einigen Leuten vielleicht vom gordischen Knoten bekannt ist, den Alexander der Große auf höchst eigensinnige Weise löste.

Die verschiedenen Knotenmuster spiegeln Lebenspfade und Wanderwege "zwischen den Welten" wieder. Man findet sie nicht nur als Schmuck, sondern auch als Mandalas oder Dekoration in Büchern, im Hintergrund von Bildern oder auf Kleidungsstücken.

Drachen

Drachen sind chaotische Geschöpfe der Erdmutter. Sie sind Kraft und Weisheit. Die Druiden konnten die "Drachenlinien" - heute sprechen wir von Erdstrahlen oder Vastu - aufspüren.

Der junge Merlin erklärte dem König Vortigern, warum die Burgmauern immer wieder wankten: Ein weißer und ein roter Drache kämpften unter der Burg miteinander. Orte mit starken Erdstrahlen wurden darum "Drachenorte" genannt. Aufgabe des Druiden war es, die Drachenenergien zu führen und zu zähmen. Dazu benutzte er einen Stab vom Haselstrauch. Die "Drachenorte" waren den Kelten ein geeigneter Ort für Initiationsriten und Riten der Großen Göttin wie auch für die Visionssuche.

Die heilige Dreifaltigkeit

Keltische Symbole bestehen oft aus Dreiecken und dreiecksähnlichen Figuren. Die Drei ist als Zahl der Sonne und den "lichten" Gottheiten zugeordnet, sie symbolisiert das Allumfassende -

  • Geburt, Leben und Tod
  • Anfang, Mitte und Ende
  • oben, Mitte und unten
  • diese Welt, die Anders-Welt und das Sommerland.

In den keltischen Sagen und Mythen spielt die Zahl Drei eine wichtige Rolle, der Held Cuchulainn beispielsweise wird dreimal geboren, ehe sein Schicksal sich erfüllt. Besonders Triaden und Triskelen sind unter den Symbolen der Kelten weit verbreitet. Die Triskele gilt allgemein als Sonnenrad. Sie ist heutzutage neben dem dreiblättrigen Kleeblatt ein wichtiges Symbol der "grünen Insel".

Von Leben und Tod

keltische Symbole: Triskele
Keltische Symbole im Alltag: Stadtwappen von Fuessen.

Keltische Symbole weisen oftmals verschlungene Tier- und Menschengestalten auf. Den Tieren wurden besondere Eigenschaften zugesprochen, von denen man annahm, dass sie auf die Menschen übergingen, wenn diese sich zum Beispiel mit ihnen schmückten.

Ebenfalls ein Symbol des Lebens ist das keltische Kreuz - ein senkrecht stehendes Kreuz mit Verzierungen, die an keltische Knoten erinnern, und einem Kreis um die Stelle, an der die Achsen sich treffen. Obwohl man es häufig auf Friedhöfen stehend findet, ist es ein Symbol des Lebens.

Weitere wichtige keltische Symbole sind die Harfe (auf dem irischen Münzgeld), der Kessel und der Wagen, denen man ebenfalls magische Kräfte sowie die Gewalt über Leben und Tod zuspricht.

Die Birke

Der Birkenbesen ist ein alter Ritualgegenstand. Die Birke steht für Reinigung und Neuanfang. Mit Birkenbesen wurden unreine Geister aus Heiligtümern gefegt. Schläge mit Birkenbesen vertrieben solche Geister auch aus dem Leib. In Rußland und Skandinavien werden Birkenbesen noch heute in der Sauna zur Belebung des Körpers verwendet. Diese praktische Verwendung zeigt, daß es bei keltischen Symbolen nicht - oder nicht nur - um ideelle esoterische Wirkungen geht.

Das sind einige Gründe dafür, weswegen keltische Symbole uns bis heute verzaubern.