Wohnen mit Zen - So gehen Sie vor
Vereinfachen Sie Ihr Zuhause! Es gibt kein Rundum-sorglos-Paket, wenn Sie Ihr Heim vereinfachen wollen. Das A und O ist Ihre Wohnphilosophie. Im 1. Teil, Wohnen nach Zen, ging es um die Grundlagen. Nun einige Tipps, wie Sie Ihr Vorhaben praktisch umsetzen können.
Ein Zimmer nach dem anderen
Wenn Sie nicht gerade in einen anderen Ort umziehen, ist es schwer, das gesamte Haus oder die Wohnung auf einmal umzugestalten. Konzentrieren Sie sich auf ein Zimmer, und machen Sie es zu Ihrem Rückzugsort und Ausgangspunkt weiterer Umgestaltungen. Das erste Zimmer ist für die Inspiration, zum ausprobieren und um ein Gefühl zu bekommen, wie Sie in den anderen weitermachen wollen.
Die Möbel zuerst
Die größten Dinge in jedem Zimmer sind die Möbel. Wenn man einen Raum vereinfachen will, fängt man am besten mit den Möbeln an. Je weniger Möbel, desto besser - prinzipiell. Fragen Sie sich: welche Möbel können weggenommen werden, ohne Einbußen am Komfort und an der Wohnqualität? Wenn Sie Möbel austauschen, wählen Sie glatte einfache Stücke mit kräftigen, gedämpften Farben. Einfarbige Möbel bzw. Hölzer mit Ton-in-Ton Maserung sind zu empfehlen.
Nur das Wesentliche
Bei Möblen und allem anderen: Fragen Sie sich, ob der Gegenstand wirklich wesentlich ist. Wenn Sie ohne ihn eben können, raus damit. Versuchen Sie, den Raum auf das Wesentliche zu reduzieren.
Sie können später wieder ein paar Dinge über das Wesentliche hinaus ergänzen.
Mit wesentlich ist nicht das funktional notwendige gemeint - sondern es ist eine offene Frage, die Sie sich stellen und nur selbst beantworten können. Wenn man "wesentlich" sehr eng versteht, kommt man vielleicht darauf, dass ein Sitzkissen pro Raum ausreichen müsste. Aber nein! Solche festen Antworten will dieser Artikel nicht geben, denn dann wäre die Frage, was für Sie wesentlich sein könnte, ja schon beantwortet. Es geht aber um mehr Lebensqualität für Sie - nicht um einen Kult kahler Räume.
Böden freiräumen
Abgesehen von Möbeln sollen die Fußböden frei und klar sein. Für die Übersichtlichkeit eines Raumes ist der Boden wichtig.
Worauf jeder hinwirken kann: Nichts sollte auf dem Boden gestapelt sein, nichts darauf abgelegt. Vorher habe Sie Ihre Möbel auf das Wesentliche reduziert. Jetzt ergänzen Sie das, indem Sie alles andere vom Boden entfernen. Spenden sie die Sachen, bringen Sie sie auf den Müll oder finden Sie einen Aufbewahrungsplatz außerhalb des Fußbodens. In Schränken, einem Abstellraum oder dem Keller.
Besonders wichtig hierbei: Elektrokabel verlegen. In Mietwohnungen kann man es sich nicht aussuchen, wo Steckdosen, Telefonbuchse usw. verlegt sind. Aber wenn die ganzen Computerkabel, Telefonkabel und Verlängerunsstecker nachträglich reingelegt wurden, kann man sie wenigstens an Wänden bzw. auf Fußleisten annageln. Ansonsten nutzen Sie Bodenabdeckungen für Kabel und Kabelschächte.
Flächen freiräumen
Dasselbe wie eben, jetzt mit allen glatten Oberflächen. Nichts soll darauf stehen oder liegen, außer ein oder zwei Schmuck-/ Dekorationsstücken (dazu gleich). Wohin mit den Sachen? Spenden oder verschenken, ab in den Müll oder finden Sie einen Lagerplatz außer Sichtweite.
Wenn das geschafft ist, werden Sie der Einfachheit des Zen im Wohnbereich einen großen Schritt näher gekommen sein.
Freie Wände
Manche Menschen hängen alle möglichen Dinge an die Wand. Das ändern Sie jetzt, indem Sie alles von der Wand abnehmen, andere Orte dafür suchen und schließlich freie Wände haben. Wie auch sonst mit der Ergänzung, dass ein bis zwei ausgewählte schöne Dinge an der Wand bleiben können oder später dort aufgehängt werden.
Wohin mit all dem Zeug?
Es wurde schon angedeutet: Alles, was Sie aus einem Raum wegnehmen und behalten wollen, soll ordentlich gelagert werden. In Schubladen, Schränken, Regalen mit Vorhang oder Kartons. Es empfiehlt sich, Wohnräume und Lagerraum zu trennen (soweit möglich).
Für Bücher, DVDs oder CDs sind Bücherregale geeignet. Nur sollte in die nicht viel mehr außer diesen Sachen gestellt werden.
Entmüllen? Ja, später
Nachdem Sie Möbel ausgeräumt haben, Böden und Oberflächen geleert haben, hat sich einiges in Ihren Lagern angesammelt. Sie werden nun wahrscheinlich den Abstellraum und dessen Regale aufräumen wollen. Ein Tipp: machen Sie das unabhängig vom Umräumen der Wohnung.
Einfache Kunstwerke und Deko
Damit ein Zimmer nicht langweilig wird, können Sie eine einfache Malerei, Zeichnung oder ein Foto aufhängen. Umrahmt mit einer gedämpften Farbe wirkt das Werk meist noch stärker, es hebt sich dann gegen die Umgebung ab. Lassen Sie, wenn möglich, einige Wände kahl.
Ein oder zwei einfache Schmuckelemente setzen Akzente in einem ansonsten minimalistisch gehaltenen Zimmer. Eine Vase mit Blumen oder eine Grünpflanze eignen sich. Um den Akzent zu verstärken, kann sich die Dekoration farblich von den Möbeln absetzen: Ist der Rest gedämpft, wählen Sie hier helle Farben.
Klare Fenster
Freie Fenster oder einfache lichte, unbunte Vorhänge oder einfache Jalousien sind gut. Zu viel Verzierung rund um die Fenster bringt Unordnung.
Einfache Muster
Einfarbige Flächen oder Ton-in-Ton eignen sich für Möbel und Bodenbelag bzw. Teppiche. Komplexe Muster wie Blumen oder ornamentreiche Teppische bringen schnell Unordnung.
Gedämpfte Farben
Abgesehen von gezielten Farbakzenten sind unauffällige Farben und einfarbige Flächen zu empfehlen. Weiß ist klassisch minimalistisch - aber nicht jeder mag es. Alternativen sind alle gedeckten Farben, die das Auge beruhigen. Erdfarben oder Farben mit natürlichen Farbpigmenten. Es gibt sie im Fachgeschäft. Sie besitzen eine höhere Farbintensität (Farbechtheit) als viele Mischfarben vom Baumarkt, so bleiben sie kräftig und wirken nicht stumpf.
... und nochmal von vorn
Wenn Sie ein Zimmer vereinfachen, ist das keine einmalige Aktion. Geben Sie dem umgeräumten Raum einige Tage oder Wochen ... dann überdenken Sie es noch einmal. Was kann noch vereinfacht oder entfernt werden? Was können Sie noch wegräumen? Oder war es schon zuviel? Alle paar Monate können Sie die Räume neu begutachten.
Und wenn Wohnen nach Zen Ideen Ihr Ziel ist, liegt auf der Hand, dass die Änderung der Wohnung ein Prozess ist. Er schließt Sie selbst ein und ist so angelegt, dass er immer und immer wieder neu begonnen werden kann.
Platz für alles
In einer zen-kompatiblen Wohnung ist es wichtig, für alles einen Platz zu haben und zu wissen, wo diese Plätze sind. Wo halten Sie sich oft auf? Wo erreichen Sie die Dinge, die weggeräumt sind, leicht wieder? Wo benutzen Sie sie dann? Eine Effizienzfrage: die Dinge sollen einfach benutzbar sein - wegräumen ist schön, aber wieder hervorholen ist entscheidend.
Und nun genießen Sie die neue Umgebung. Wenn Sie einen Raum vereinfacht haben, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um sich umzusehen und ihr Werk zu genießen.